„Zeitenzauber: Die goldene Brücke“ von Eva Völler

Die goldene Brücke (Zeitenzauber, #2)Stellenweise richtig langweilig

>>Du warst toll heute Nacht<<, murmelte Sebastiano mir ins Ohr. >>Habe ich dir schon gesagt, dass ich verrückt nach dir bin?<<
>>In diesem Jahrhundert noch nicht.<<
(S. 20)

Dies ist der 2. Band der Zeitenzauber-Reihe. Die Rezension beinhaltet Spoiler zum Vorgängerband. Das Fazit ist jedoch spoilerfrei und kann auch gelesen werden, wenn man den Vorgängerband nicht kennt.

Inhalt:

Anna soll ins Paris des 17. Jahrhundert – denn dort hängt ihr Freund Sebastiano fest. Dort angekommen, steht Anna allerdings vor einem „kleinen“ Problem: Sebastiano denkt er sei ein Musketier im 17. Jahrhundert und ist treu Kardinal Richelieu untergeben. Er kann sich weder an Anna noch an sein wirkliches Leben im 21. Jahrhundert erinnern!

Vorwort zu Rezension:

Bevor ich zu meiner eigentlichen Buch-Abrechnung komme, möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich bereits den ersten Band recht durchwachsen fand (ich habe dafür drei Sterne vergeben). Da ich aber Zeitreise-Romane recht gerne mag, wollte ich dieser Reihe nochmal eine Chance geben. Fans der Reihe sollten also nicht von meiner Rezension abgeschreckt sein, da bei mir schon beim ersten Band kein Funke übergesprungen ist.

Die Buch-Abrechnung:

+ Gut gelungener Übergang vom ersten zum zweiten Band: Ich habe mittlerweile oft ein Problem mit Fortsetzungen! Oft liegen die zwei Bücher zeitlich zu weit auseinander. Auch hier stammt der erste Band aus dem Jahr 2011, die Fortsetzung erschien 2013 – puh. Alleine dass ich mich dazu aufraffen kann die Fortsetzung zu lesen, wenn der erste Band nur noch schwach in Erinnerung ist, ist für mich manchmal eine Überwindung. Und wenn man es dann macht und nicht in die Fortsetzung reinfinden kann, weil der Autor von einem erwartet, dass alles aus dem ersten Band noch präsent im Kopf ist, kann das manchmal ganz schön frustrierend sein! Doch hier ist der Autorin Eva Völler genau dieser Sprung, trotz eines recht großen Zeitabstandes zwischen den beiden Romanen, sehr gut gelungen. Ich hatte keine Probleme mich im zweiten Band zurecht zu finden. Man bekommt alle nötigen Infos ohne dass Fr. Völler damit langweilt und trotzdem geht die Story ihren eigenen Weg direkt weiter.

+/- Nur stellenweise packende Story: Leider hatte ich das Problem, dass mich die Geschichte wirklich nur stellenweise packen konnte. Insgesamt habe ich mich stellenweise richtig gelangweilt. Alles ist dem ersten Band recht ähnlich: Anna wohnt bei jemandem aus dem 17. Jahrhunderten und hängt in dieser Zeit fest, weiß nicht so recht was ihre Aufgabe ist (mal abgesehen davon Sebastianos Gedächtnis zurück zu bringen). Irgendwie hätte ich mir mehr Tiefgang erhofft. Mehr Infos über diesen geheimen Zeitreise-Bund! Aber das wird alles genauso mysteriös-schwammig gehalten wie im ersten Band, Antworten gibt es leider keine und Anna ist – wie der Leser auch – recht planlos.

– Die Protagonisten: Leider finde ich auch in diesem Band einfach keinen Draht zu Anna und Sebastiano. Schon im ersten Band konnten mich die beiden nicht überzeugen. Auch hier himmelt Anna Sebastiano wieder an – aber alles ist so oberflächlich, dass ich ihre Verbundenheit einfach nicht spüren und nachvollziehen konnte. Und nicht nur als Paar haben sie für mich nicht richtig funktioniert. Auch einzeln konnten mir die beiden nicht ans Herz wachsen. Anna ist zwar erwachsener und selbstbewußter geworden, aber dafür fehlen oft ihre kindlich-sarkastischen Kommentare.

– Schwerer Einstieg: Ca. die ersten 100 Seiten fand ich recht frustrierend. Dies lag zur Abwechslung nicht daran, dass ich mich nicht an den ersten Band erinnern konnte sondern daran, dass die Geschichte mich null packen konnte. Ich fand das Buch total langweilig und hätte es am liebsten abgebrochen. Erst als die Story so langsam im 17. Jahrhundert in Fahrt kam, gab es für mich Stellen, die mein Interesse wecken konnte. Bis dahin hat alles recht seicht vor sich hin geplätschert…

– Viel zu ausschweifend: Noch ein Häuschen hier und die Fassade dort und da drüben der Brunnen, ach und da sind ja noch weitere Häuser! PUH! Ich neige wirklich sehr selten dazu bei Büchern Stellen zu überspringen, aber beim zweiten Zeitenzauber konnte ich nicht anders. Eva Völler beschreibt – für meinen Geschmack – alles viel zu ausführlich. Ist ja nett ein Gefühl für das Zeitalter und die Stadt zu bekommen, aber hier war es für mich viel zu viel des Guten! Und ja, so habe ich ab einem gewissen Punkt tatsächlich manche Beschreibungen übersprungen bis die eigentliche Story weiterging.

FAZIT
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Für mich ist die Reihe mit diesem Band beendet. Fans des ersten Bandes werden vermutlich auch die Fortsetzung mögen, denn mit viel neuem wartet Eva Völler nicht auf. Ich mochte jedoch den ersten Band bereits nicht so richtig und der zweite Band war für mich - leider - noch etwas schwächer.

 

Die Reihe:

Die magische Gondel (Zeitenzauber, #1)Die goldene Brücke (Zeitenzauber, #2)Untitled (Zeitenzauber, #3)

1. Band: “Zeitenzauber: Die magische Gondel”
2. Band: “Zeitenzauber: Die goldene Brücke“
3. Band: Titel unbekannt, erscheint vermutlich 2014

Allgemeine Buchinformationen:

Titel: “Zeitenzauber: Die goldene Brücke“
Autorin: Eva Völler
Verlag: Bastei Lübbe (Baumhaus)
ISBN: 978-3833901683
320 Seiten

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo:)

    Ich lese deine Rezenzionen sehr gerne! Ich komme aus Polen und studiere Germanistik. Ich übe mein Deutsch, indem ich dein Blog lese. Danke schön!

    Herzliche Güße aus Polen!
    Angela P.

    Antworten

    • Liebe Angela,

      vielen lieben Dank, dass Du hier immer wieder vorbeischaust und nun auch eine Rezension kommentiert hast – ich habe mich sehr darüber gefreut! Und ich fühle mich sehr geehrt, dass Du bei mir vorbeischaust um Deutsch zu üben (vielleicht sollte ich zukünstig besser auf meine Grammatik und Rechtschreibung achten :D).

      Liebe Grüße
      Monika

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  2. Grüß Dich, Monika.
    Eigentlich böte ja das Frankreich unter Richelieu Tonnen an spannenden Erzählungen, zumal mit einer Protagonistin, die um die Geschichte jener Zeit weiß (hoffe ich doch!?). Hintergründig scheint es sich bei dem Roman dann eher um einen devot aufdringlichen Reiseführer zu handeln.
    Schade…

    Hmm, beim Kardinal muß ich immer an die herrlich überdrehte Verfilmung aus den Siebzigern denken.
    Ansonsten amüsiere ich mich zur Zeit angenehmst durch einen stairischen Tee-Krimi. Ironisch im Blick, spannend und mit kleinen Mosaiken des Alltags aufgepeppt. Schnell zu mögende Charaktere. Bis auf die Grantler, versteht sich. Dabei nicht seicht, geht es doch auch um die Nuancen von provinzielem Antisemitismus. Lokal koloriert, aber verstehbar in den Dialekttupfern . Genußvolle Lektüre.

    bonté

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    • Stairischer Tee-Krimi? Klingt gut! Ich drifte zur Zeit ja auch etwas von meiner eingefahrenen Schiene ab und wage mich immer mal wieder in Richtung Thriller. Und einem guten Krimi wäre ich auch mal wieder nicht abgeneigt. Mal schauen :)

      Ich weiß auch nicht – irgendwie beschweren sich die meisten nicht über die detailreiche Beschreibung von Paris in diesem Buch und ich frage mich, ob das nur mir auffiel? Ich empfand das echt als nervig und zäh. (Und es lag nicht daran, dass ich Paris nicht mag).

      Und ich hatte auch echt Hoffnung, dass mir dieser zweite Band besser gefällt, denn wie Du es schon schreibst: Die Thematik bietet ja wirklich Potenzial für eine tolle Geschichte. Hm, na ja, einen Versuch war es wert ;)

      LG
      Monika

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