„Wunder“ von R.J. Palacio

WunderDas große WOW blieb leider aus…

Sie sagte Worte, von denen ich weiß, dass sie mir helfen sollten, aber Worte können mein Gesicht nicht verändern. (S. 77)

Inhalt:

August ist 10 Jahre alt und ein absoluter Außenseiter. Denn sein Gesicht ist anders, es ist entstellt. Nach zahlreichen Gesichts-OPs soll August, der zuvor von seiner Mutter unterrichtet wurde, im Alter von 10 Jahren zum ersten Mal in die Schule gehen. Und seine Angst ist groß. Denn August will nicht auffallen – doch wie werden seine neuen Mitschüler auf ihn reagieren?

Buch-Trailer:

Die Buch-Abrechnung:

+ Der Inhalt: Ich gebe es zu – ich hatte etwas Angst davor dieses Buch zu lesen. Ich dachte nach der Kurzbeschreibung, dass dieses Buch nichts für mich ist. Ein Kind, das ein entstelltes Gesicht hat. Ich fand es einfach nicht interessant. Überzeugt haben mich die vielen positiven Stimmen zu dem Buch und da ich gerade auf der Suche nach einem rührenden Buch war, wurde mir „Wunder“ besonders ans Herz gelegt. Ich sprang also über meinen Schatten und muß im nachhinein sagen, dass ich Augusts Geschichte wirklich gerne gelesen habe. Der 10jährige ist auch absolut sympathisch!

+ Das Cover: Auf den Internet-Bildern hat mich das Cover von „Wunder“ – ebenso wie der Klappentext ;) – nicht angesprochen. Doch in der Buchhandlung konnte ich nicht an diesem Buch vorbeigehen. Selbst mein Mann findet das Cover toll! Es schaut in „echt“ wirklich deutlich besser als auf Bildern.

+/- Perspektivenwechsel: Einerseits ist es toll, dass R.J. Palacio damit arbeitet, die einzelnen Buch-Abschnitte aus unterschiedlichen Perspektiven (z.B. u.a. Augusts Schwester Via) zu schildern. Damit entsteht ein unterschiedliches und rundes Bild von August. Jedoch sind auch Abschnitte dabei bei denen Personen ihre Perspektive schildern, die nicht so recht rein passen. Das war etwas schade und hat mir kurzfristig etwas Interesse am Buch genommen.

– Die Glaubwürdigkeit: Hat man mit 10 Jahren noch Milchzähne? (Und ich rede von einem normalen Jungen im Buch – nicht von August). Haben 10jährige schon Dates?! Vielleicht ist das ja an mir vorbeigegangen – aber in meiner Kindheit war das noch nicht so. Für mich hat das Buch durch solche Details jedoch deutlich an Glaubwürdigkeit verloren.

– Vergebliches Warten auf ein Highlight: Irgendwie plätschert die Geschichte um August so vor sich hin. Und ich fand es toll. Der Schreibtstil, der Charakter August. Doch mir hat einfach was gefehlt. Ich habe immer auf ein größeres Ereignis, etwas Bewegendes gewartet – aber irgendwie kam nichts. Das ließ mich im nachhinein mit einem etwas unbefriedigenden Gefühl zurück als das Buch zu Ende war. Alles war etwas zu brav, zu ruhig. Und es gab zwar ein paar kleine rührende Momente (siehe das obige Zitat), aber das ganz große Mitfühlen und – schniefen / Tränchen verdrücken hat bei mir gefehlt.

FAZIT
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Ein tolles Buch über Toleranz und das Andersein bei dem mir jedoch der Tiefgang und das Highlight gefehlt haben. Deshalb auch nur durchschnittliche 3 Sterne.

 

Allgemeine Buchinformationen:

Titel: “Wunder“
Autorin: R.J. Palacio
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
ISBN: 978-3446241756
380 Seiten

Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich hab zwei Nichten und zwei Neffen, die alle mit 9/10 Jahren noch ein paar Milchzähne hatten! Ist also in dem Alter durchaus normal. ;-)
    Dates hatte von denen noch keiner, aber ich weiß, dass das in meiner Kindheit (die zugegebenermaßen jetzt schon einige Jährchen her ist) anders war. Da hatten einige zum Ende der Grundschule hin schon „Dates“ – also keine richtigen, aber es gab halt dieses „miteinander gehen“.

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    • Hm ok, hatte das bei meinen Nichten und Neffen nicht so beobachtet, aber vielleicht habe ich da auch nur die „akute“ Phase mitbekommen (beim Ausfallen der Milchzähne).

      Insgesamt war es ja auch kein schlechtes Buch, dennoch hat mir was gefehlt. Dates und Milchzähne nun hin oder her ;)

      LG
      Monika

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  2. Hi, Monika.
    Ein Date mit Milchzähnen – klingt jetzt nach einem leicht angeschrägten Roman. :-)
    Soweit ich mich jetzt zurückerinnere, waren sich Mädels & Jungs in derlei Beziehung noch etwas fremd. „….s“ sind blöd! – als Standardspruch. Der Standard bis das andere Geschlecht urplötzlich zu „senden“ begann.
    Da die Kinder dieser Tage immer frühreifer werden (soll an der guten Ernährungssituation liegen) … vielleicht ist „Daten“ aber auch nur ein zu mächtiges Wort dafür. Neugierde, vielleicht.

    Du kennst den Film ‚ Mask‘ von 1985? Ansprechender Klassiker zum Thema.

    bonté

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    • Nee, „Mask“ kenne ich nicht. Hab ich was verpasst? ;)

      Ach, ich weiß auch nicht. Kann schon sein, dass die Kinder heute frühreifer sind … hach, aber es hat einfach nicht in mein Bild gepasst *g* Und insgesamt blieb das Buch auch etwas blaß. Nun ist es schon eine Weile her, dass ich es gelesen habe – und die Erinnerung ist nicht mehr sehr lebendig. Was man bei dem Thema des Buches doch hätte erwarten können.

      LG
      Monika

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  3. Hi,

    ich fand dieses Buch wirklich gut geschrieben, auch der Perspektivenwechsel war gut.
    Und naja, Dates kann man es noch nicht nennen, aber sowas gibt es…
    Genauso wie Milichzähne mit zehn, doch solche kleinen Sachen stören doch nicht, oder?
    Es war eben kein riesen Abenteuerroman, aber die Geschichte war durchaus durchdacht, vor Allem aus der Sicht seiner Schwester, Via.

    Ich würde dieses Buch weiterempfehlen. (Alter: 11-14/15)

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