„Tanz auf Glas“ von Ka Hancock

Tanz auf GlasHach, irgendwie schade…

„Lucy, jede Ehe ist ein Tanz – mal kompliziert, mal wunderschön, meistens wenig aufregend. Aber mit Mickey werden Sie manchmal auf Glasscherben tanzen.“ (S. 152)

Inhalt:

Als die 21jährige Lucy sich in Mickey verliebt, entscheidet sie sich für eine folgenschwere Zukunft. Denn Mickey leidet nur einer bipolaren Störung. Doch die beiden sind auch nach Jahren über alles glücklich und sie überstehen selbst die schwere Zeit in der Lucy an Brustkrebs erkrankt. Lucy und Mickey führen keine gewöhnliche Ehe – aber sie sind überglücklich mit dem was sie haben. Bis eine unerwartete Wendung ihr Leben auf den Kopf stellt.

Buch-Trailer:

Die Buch-Abrechnung:

+ Ansprechender Schreibstil und Perspektivenwechsel: Von Anfang an war mir Ka Hancocks Schreibstil sympathisch. Ich mochte ihre Art von dem Schicksal der beiden zu berichten. Es war nicht zu hochgestochen, nicht belehrend (obwohl es ja um Themen geht, in denen wohl die wenigsten Leser sich gut auskennen) sondern immer ansprechend. Das Buch ist übrigens sowohl aus Mickeys Perspektive (hervorgehoben durch kursive Schrift – so kann man auch nichts verwechseln) als auch aus Lucys Sicht geschrieben – wobei Mickeys Passagen eher kurze Tagebucheinträge (zu Beginn der Kapitel) sind und Lucys Sicht den Hauptteil der Geschichte ausmacht.

+ Mickey: Ein toller Charakter. Er hat Ecken und Kanten, ist sehr sympathisch wie er versucht mit seinem Schicksal (die bipolare Störung, eine geistige Krankheit bei der die Gefühle Achterbahn fahren – von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt) umzugehen. Zu ihm konnte ich schnell eine Verbindung herstellen. Es ist interessant seine Sicht der Dinge zu entdecken.

+/- Berührend, ABER…: Ja, an manchen Stellen war „Tanz auf Glas“ berührend. Und es ist auch bei mir mal ein Tränchen geflossen. Aber Ka Hancock drückt viel zu sehr und offensichtlich auf die Tränendrüse (was dann wiederum genau zum Gegenteil führt, dass es nicht berührend ist). Hier hätte weniger mehr sein können. Etwas weniger Schicksalsschläge, etwas weniger Druck auf die Tränendrüse und es wäre im gesamten deutlich berührender gewesen und hätte vor allem mehr Eindruck hinterlassen.

+/- Zu vorhersehbar: Die Geschichte bringt eigentlich keine unerwarteten Wendungen. Ok, das braucht es auch nicht immer – deshalb habe ich diesen Punkt neutral gewertet, da das Buch auch ohne Überraschungen hätte funktionieren können. Aber dafür hätte es mehr berühren und mitreissend sein müssen.

– Zu viel mystischer Kram: Das Gerede um die Todesfee (Lucy kann die Todesfee sehen, wenn ein Mensch sterben soll……) war für mich einfach zu viel. Darauf hätte ich gerne verzichten können und es hat mich einfach beim Lesen gestört und geärgert.

– Lucy und die Idylle: Nicht so toll gelungen ist Ka Hancock leider die Protagonistin Lucy. Sie ist viel zu gut. Hat (im Gegensatz zu Mickey) keine Ecken und Kanten. Sie verzweifelt nicht, sieht in allem etwas Gutes. Ich konnte einer ihrer Schwester nur zustimmen als diese sich darüber aufregte, dass Lucy viel zu lieb und nett ist und sich nie über ihre erschwerte Situation beschwert. Denn so ging es mir auch: Dieser Charakter blieb für mich zu glatt und dadurch uninteressant. Auch die Umgebung in der Lucy und Mickey leben ist für mich zu idyllisch gewesen. Zu viel Gutmenschsein. Zu wenig Ecken und Kanten (lediglich Lucys Schwester Priscilla sticht hier ein wenig aus dem Einheitsbrei hervor).

– Das Ende: Am Ende war das Buch für mich dann noch zu langezogen. Hier wäre es konsequenter und besser gewesen das Buch etwas abrupter und wegen mir auch offener enden zu lassen. Oder das was so breit getreten wurde dann etwas straffer darzustellen. So verlor die Autorin gegen Ende mein Interesse, leider!

FAZIT
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Ok, das war viel Kritik. Ehrlich gesagt habe ich es beim Lesen selbst gar nicht so kritisch empfunden. Die einzelnen Punkte haben mich zwar durchaus gestört, aber insgesamt war das Buch doch ganz in Ordnung zu lesen. Ich hatte mir eine berührendere Lektüre gewünscht, davon konnte mich dieses Buch leider nicht so ganz überzeugen. Dennoch nicht ganz schlecht und daher durchschnittliche 3 Sterne.

 

Allgemeine Buchinformationen:

Titel: “Tanz auf Glas”
Autorin: Ka Hancock
Verlag: Knaur HC
ISBN: 978-3426653227
528 Seiten

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Grüß Dich, Monika.
    Ich könnte ja böse sein und vermuten, daß Ka Hancock nach „Rezept“ geschrieben hat. „Wie schmeiße ich mich an die Leser“, als Leitfaden. Anhand Deiner Negativa vermute ich (vorwitzig) , daß der Roman „Idylle in der Nachbarschaft“ & „Tränendrüse auf Vollast“ besser wegstecken hätte können, wenn Lucy interessanter angelegt worden wäre.
    So liest es sich vielleicht wie religiöse Erweckungsliteratur (der dankbar leidende Mensch).
    Hoffentlich übertreibe ich hierbei…

    „Ich sehe tote Menschen…“. Wie Du den Fantasy-Ausschlag beschreibst, wirkt er auf mich eher aufgepfropft. Motto: Sowas wird gerade gern gelesen!

    Ach ja – hast Du letzte Woche meine Mail erhalten?

    bonté

    Antworten

    • Hach, die Mehrheit mag dieses Buch ja sehr – ich schwimme halt mal wieder gegen den Strom ;) Wobei ich es ja auch gar nicht sooo schlecht fand. Es war schon ganz gut, nur nicht überragend. Und jap, es wäre definitiv besser gewesen, wenn Lucy nicht so ein langweiliger Charakter gewesen wäre.

      Na, tote Menschen konnte Lucy nicht sehen, aber die „Todesfee“ – und wenn diese Todesfee in der Nähe eines Menschen erschienen ist, dann ist dieser Mensch auch bald gestorben. Hat auch (für mich) gar nicht ins Buch gepasst.

      Die Mail habe ich bekommen (auch wenn mein Mailaccount öfter mal Mails verschluckt – ich erhalte gerade auch keine Benachrichtigungen mehr, wenn im Blog was kommentiert wurde) und nun endlich auch beantwortet – zur Zeit bin ich etwas lahm ;)

      LG
      Monika

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      • …geht mir mit meiner Sicht auf Filme auch öfter so. Die Story-am-Krückstock wie eine hanebüchene Charakterzeichnung, -entwicklung brechen ‚Avatar‘ jeden einzelnen Halswirbel extra.

        Nicht weitergeleitete Benachrichtigungen sind definitiv „no go!“. Sollte man/frau im stets beschworenen Zeitalter der Kommunikation eigentlich erwarten, daß eingehende Kommentare angezeigt werden.
        Kommt annähernd so gut wie der Anbieter, der Mails an mich, einen Monat lang, rigeros als Spam behandelt.

        Unsere Kommunikation läuft ja dennoch – irgendwie. :-)

        Päckchen ist unterwegs. Sollte morgen oder Montag eintreffen!

        bonté

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        • *hust* Ich mochte Avatar ;) Vor allem weil er so schön bildgewaltig ist. Die Welt fand ich wunderschön ;)

          Hm, ich weiß noch nicht woran es liegt, dass ich plötzlich keine Mails mehr bekomme, wenn jmd. was kommentiert hat (d.h. vereinzelt bekomme ich mal eine und dann wieder ewig nichts). Könnte auch an WordPress liegen? Einen Spam-Filter hab ich eigentlich nicht. Aber dennoch merkwürdig, dass das Programm manchmal beim Verschicken von Mails spinnt.

          Päckchen ist angekommen – VIELEN DANK!!

          LG
          Monika

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