„Solange am Himmel Sterne stehen“ von Kristin Harmel

Solange am Himmel Sterne stehenSchönes Cover, wenig dahinter… Weltgeschichte trifft auf kitschiges Märchen

Bevor ich mich versah, war ich zur Bewahrerin eines Traums geworden, der nicht meiner war. In der Zwischenzeit war mir alles entglitten, wovon ich je selbst geträumt hatte. (S. 56)

Inhalt:

Hope hat es nicht leicht: Ihre Bäckerei steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Dazu ist die Mittdreißigerin eine alleinerziehende Mutter einer 12jährigen Tochter. Ihre eigene Mutter ist bereits an Krebs verstorben und ihre Oma Rose ist im Pflegeheim mit Alzheimer. Als diese Hope in einem lichten Moment bittet nach Paris zu fahren, um zu erfahren was mit diversen Familienmitgliedern im 2. Weltkrieg passiert ist, weiß Hope noch nicht, dass sie dabei ist ein wohlbehütetes Familiengeheimnis zu lüften…

Buch-Trailer:

Die Buch-Abrechnung:

+ Tolles Cover: Ich gebe es zu: Ich konnte an diesem Buch nicht vorbei laufen ohne es zu kaufen. Das Cover hat mich sofort angesprochen. Wunderschön! Und der Klappentext klang ja auch wirklich ansprechend.

+ Der geschichtliche Hintergrund: Interessant fand ich es, dass in die kitschige Geschichte die Geschehnisse des 2. Weltkrieges in Paris eingewebt waren. Dies bringt die Autorin gut rüber und es macht einem einmal mehr bewußt was für eine schlimme Zeit das damals war.

– Die Längen: Das Buch hat teilweise deutliche Längen, die man hätte rauskürzen können. Ich habe mich beim Lesen stellenweise gelangweilt und fand das Buch zeitweise richtig zäh.

– Zu kitschig: Die Geschichte hätte ja Potenzial gehabt, aber die Autorin Kristin Harmel greift tief in die Kitschkiste. Und ja, manchmal mag ich Kitsch. Hier hat es für mich allerdings nicht gepasst. Aber hier trifft Weltgeschichte auf kitschiges Märchen und das ist einfach nicht stimmig. Und leider konnte mich dieser Kitsch auch nicht berühren. Das Buch hat mich – leider – nicht zu Tränen gerührt, obwohl es garantiert Tränenpotenzial gehabt hätte.

– Viel zu unrealistisch: Hope stösst bei ihrer Recherche kaum auf Hindernisse. Da geht alles Zack-zack! Hope erfährt innerhalb kürzester Zeit was mit allen Personen passiert ist, jeder Hinweis führt sie auf eine erfolgreiche Spur. Das ist leider total unglaubwürdig. Außerdem frage ich mich bis heute warum Rose nie selbst nach diesen verschollenen Personen gesucht, v.a. nach ihrer großen Liebe, wenn ihr diese wirklich so sehr am Herzen lagen.

– Kein bleibender Eindruck: Je weiter es zurückliegt, dass ich das Buch gelesen habe, desto blaßer ist die Erinnerung daran. Das Buch konnte absolut keine Spuren bei mir hinterlassen. Und ehrlich gesagt war ich auch froh als ich es endlich beendet hatte. Es war nicht meins, konnte nicht berühren und dadurch blieb es viel zu oberflächlich.

FAZIT
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Langweiliger Kitsch-Schmöker, der mich nicht überzeugen konnte. Lediglich der geschichtliche Hintergrund bietet ein paar interessante Momente. Der Rest bleibt sehr blaß und der Funke ist bei mir einfach nicht übergesprungen.

 

Allgemeine Buchinformationen:

Titel: “Solange am Himmel Sterne stehen”
Autorin: Kristin Harmel
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3442381210
480 Seiten

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Dieses Buch steht auch auf meiner Wunschliste – eigentlich aus genau den gleichen Gründen wie bei dir (Cover, Klappentext). Nachdem ich nun aber deine Rezi gelesen hab, bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob ich dieses Buch unbedingt lesen muss.

    LG Michaela

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    • Na ja, viele sind ja von dem Buch begeistert. Allerdings hab ich auch schon Rückmeldungen bekommen, dass es einigen ähnlichen ging wie mir mit dem Buch. Da heißt es wohl selbst reinlesen – wenn Du allerdings kitschige Bücher nicht so magst, dann würde ich eher einen Bogen drum machen (wobei ich es manchmal auch schmalzig mag – hier hat es für mich aufgrund der anderen Thematik unpassend übertrieben).

      LG
      Monika

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  2. Hallo Monika.
    Je länger alter Teig geknetet wird desto mehr schwinden die Kräfte. Und schweren Teig haben wir hier wohl vorliegen. Nicht weniger problematisch ist das Ausrollen. Zäh im Ausarbeiten, mit unschönen Rissen an den dicken Rändern. Wenn dann noch die Backstube ordentlich mit Mehl eingenebelt wird, ist die Pizza nicht wirklich rund geraten.
    Wie mir scheint konnte nicht einmal köstlicher Käse über die Schwere im Magen hinweg täuschen. Da hilft nur noch ein Glas sonnenheller Wein.

    Meine Worte sind ein wenig kulinarisch geraten, aber bei Deinen kritischen Zeilen kamen mir die Bilder eher spontan. :-)
    Zumal das Wetter ausgiebig nach köstlichen Obstsalaten schreit.

    bonté

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    • Du hast das Buch wohl auch gelesen? ;) Wobei im Buch ging es ja eher um süße Backstücke *g*

      Und ein definitives Ja: Bei diesem Wetter ist Obstsalat definitiv angesagt! Damit kann man quasi nichts falsch machen … also warum langes Backen, wenn es doch anders besser geht? ;)

      LG
      Monika

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