Pandemonium (Delirium, #2)Zwiegespalten…

This is the world we live in, a world of safety and happiness and order, a world without love. (S. 49)

Der 2. Band “Pandemonium” der Delirium-Reihe setzt direkt dort an wo “Delirium” geendet hat: Lena ist alleine in der Wildnis und muß ohne Alex zurecht kommen. Diese Ereignisse sind die “Then”-Kapitel, die sich mit den “Now”-Kapiteln abwechseln, in denen Lena für den Widerstand aktiv ist.

Die Delirium-Reihe ist und bleibt für mich sehr zwiegespalten: Einerseits mag ich die Bücher, andererseits überzeugen sie mich gleichzeitig auch nicht so recht und ich habe einige Kritikpunkte. So auch beim 2. Band. Aber der Reihe nach:

“Pandemonium” ist erst mal anders als “Delirium”. Während sich der erste Band langsam entwickelt und um Lenas Gefühlswelt gedreht hat, geht es im zweiten Band nicht primär um Gefühle sondern um Lenas Leben auf eigenen Beinen und die Gefahren, denen sie sich stellen muß. Lena verändert sich – teilweise positiv. Es ist gut zu sehen, dass sie nicht dauernd jammert sondern sich durchschlägt. Aber: Es ist schon verwunderlich, dass sie den Tod von Alex ohne weiteres Nachforschen so hin nimmt. Dass sie ihr altes Leben einfach so hinter sich lässt und z.B. auch nicht nach ihrer Mutter sucht (das hätte man nach dem 1. Band doch erwarten können).

Insgesamt werde ich auch weiter nicht richtig mit Lena warm. Kann keine Verbindung zu ihr aufbauen. Das macht es natürlich schwer richtig in die Geschichte abzutauchen…

Auch der neu eingeführte Charakter Julian konnte mich zu Beginn gar nicht überzeugen. Irgendwie bekam ich immer den Eindruck, dass die Rede von einem kleinen Jungen ist – und nicht von einem Jungen im gleichen Alter wie Lena. Zwar wurde er mir im Laufe des Buches sympathischer, aber dieses Bild vom Anfang blieb leider im Hinterkopf haften.

Des weiteren waren mir manche Ereignisse zu vorhersehbar. Es entstand kein Sog, dass man Buch unbedingt weiterlesen will. Dieser Drang stellte sich hier bei mir so gar nicht ein. Leider.

Insgesamt waren die Ereignisse auch nicht so wirklich interessant. Während Lena ihr Ding durchzieht, habe ich mich eher gefragt, was mit Alex in der Flucht-Nacht passiert ist und was nun mit Lenas Mutter ist. Deshalb wurde ich auch mit der Story nicht so wirklich warm. Die Rückblenden waren zwar sinnvoll, um zu sehen wie Lena sich entwickelt hat – aber es konnte mich nicht binden.

“Pandemonium” endet wieder mal mit einem Cliffhanger (der auch recht vielversprechend ist). Das hat Lauren Oliver wirklich gut drauf – und so warte ich trotz zwiegespaltenem Gefühl bei diesem Band gespannt auf den Abschluß der Triologie “Requiem”, der im Februar 2013 erscheinen soll.

FAZIT
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Es gibt wesentlich schlechtere Fortsetzungen - Pandemonium ist wirklich solide. Deshalb durchschnittliche 3 Sterne mit Tendenz nach oben von mir.

 

Allgemeine Buchinformationen:

Titel: “Pandemonium”
Autorin: Lauren Oliver
Verlag: HarperCollins, Hodder & Stoughton
ISBN: variiert je nach Ausgabe
384 Seiten (HaperCollins-Edition)
Veröffentlichung: 28. Februar 2012