“Nevermore” von Kelly Creagh
“…you really must be on something to assume that I would follow you, let alone chase you. I’m sorry, but my existence isn’t that sad.”
(Varen, S. 131 der englischen Ausgabe)
Isobel muß mit Varen ein Englisch-Projekt in der Schule zusammen meistern – die blonde, beliebte Cheerleaderin mit dem merkwürdigen Außenseiter Varen, der seine Haare schwarz färbt und nur dunkle Kleidung trägt. Die Unterschiede könnten nicht größer sein. Und wäre das nicht Überwindung genug, versuchen auch noch Isobels Freund mit allen Mitteln die Zusammenarbeit der beiden zu sabotieren. Schließlich kommen sich die beiden auch noch näher – doch dann beginnen auch die Grenzen zwischen Realität und Traumwelt zu verwischen…
Der Anfang war klasse! Ich war mir sicher wieder mal ein richtig, richtig tolles Buch vor mir zu haben. Die Charaktere sind klasse: Isobel und Varen, aber auch die Nebencharaktere. Hier möchte ich besonders Danny, Isobels Bruder, und Gwen, Isobels neue Freundin, erwähnen. Diese beiden haben mir besonders gut gefallen. Aber auch Isobel, von der man meinen könnten, sie ist ein oberflächliches Dummchen, entwickelt sich wunderbar im Laufe des Buches und zeigt unerwartete Seiten. Und obwohl hier wirklich mit auf den ersten Blick typischen Highschool-Romanzen à la unnahbarer Außenseiter gearbeitet wird, weiß auch der Charakter Varen zu überzeugen. Die Annäherung der beiden war wirklich klasse – nicht überstürzt und damit sehr glaubhaft und überzeugend. Lediglich mit Brad, Isobels (Ex-)Freund, sowie dessen Freundeskreis hatte ich meine absoluten Probleme: Er entwickelt sich sehr unnachvollziehbar vom liebevollen Freund zu einem echten Scheusal. Das war mir zu sehr aus der Luft gegriffen.
Das Buch hat manchmal seine Längen, manche Momenten werden zu sehr wiederholt (wenn zum x.ten Mal Brad seinen Hass auf Varen projiziert und man sich denkt “Langsam weiß ich es…”). Doch das hat mich gar nicht so gestört, da Kelly Creaghs Schreibstil sehr angenehm und flüssig ist (zumindest im Original).
Insgesamt hinterließ das Buch bei mir bis ca. 2/3 einen überaus guten Eindruck und so schwankte ich doch tatsächlich zu diesem Zeitpunkt zwischen 4 und 5 Sternen!
…doch dann kam das bittere Ende. Hier werden sich wohl die Geister scheiden. Ich denke einigen wird der weitere Verlauf des Buches gefallen. Mich konnte das letzte Drittel jedoch so gar nicht überzeugen. Die Sache mit der Traumwelt wird hier immer präsenter – gleichzeitig jedoch verworren, undurchsichtig und sprunghaft. Ich tat mich wirklich schwer damit das letzte Drittel zu lesen, neigte dazu Passagen nur grob durchzulesen, um weiterzukommen. Alles wird mir zu detailliert beschrieben (die Räume, etc.) und die Ideen / der Storyverlauf ansich waren mir zu “abgefahren”, zu merkwürdig. Ich war wirklich enttäuscht über diese Entwicklung, da mir das Buch erst so gut gefallen hatte und dann einen solchen Einbruch hinlegte.
Das Ende ansich war dann doch wieder gut und interessant – macht insgesamt auch Lust auf den Folgeband. Bisher bin ich jedoch unentschlossen, ob ich weiterlese, da der Auftakt dieser Triologie doch sehr gespaltene Gefühle in mir geweckt hat.
| FAZIT | |
|---|---|
| Nevermore | |
| Ein wirklicher guter Start, gute Charaktere und eine tolle Entwicklung - doch das letzte Drittel hat mich wirklich enttäuscht. Zu verwirrend, zu merkwürdig war hier die Story. Somit mittelmäßige 3 Sterne von mir. | |
Die Reihe:
1. Band: “Nevermore” (aktuelle Rezension)
2. Band: Titel und Erscheinungsdatum unbekannt
3. Band: Titel und Erscheinungsdatum unbekannt
im Original:
1. Band: “Nevermore” (aktuelle Rezension)
2. Band: “Enshadowed”
3. Band: Titel unbekannt, erscheint 2013
Allgemeine Buchinformationen:
Titel: “Nevermore”
Originaltitel: “Nevermore”
Autorin: Kelly Creagh
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3785573891
560 Seiten









Hallo Monika.
Eine gute Beziehung-Story, die erst durch durch den phantastischen “Fremdkörper” ins straucheln gerät, um danach wieder die Kurve zu nehmen.
Wäre angenehm zu lesen, wenn der Stör-Part gestrichen würde – spekuliere ich jetzt einmal. (?)
Ist und bleibt schade, wenn ein guter Roman zwischen den Fingern zerrinnt. In Teilen zumindest…
Brad, der Finstere, ist nicht zufällig Sport-Ass an der Schule?! ;-)
bonté