„Kirschroter Sommer“ von Carina Bartsch

Kirschroter SommerLangweilige Story…

So viele Leute suchen ihr Leben lang vergebens nach ihrem Gegenstück, nach dem fehlenden Teil, das sie komplett macht. Aber weil eine Nadel im Heuhaufen leichter zu finden ist als das, versucht man sich schließlich mit dem zufriedenzugeben, was man stattdessen bekommt, und verdrängt mit der Zeit, dass noch etwas anderes, etwas womöglich noch viel Tieferes existieren könnte. (S. 467)

Inhalt:

Emelys beste Freundin bricht ihr Studium in München ab und kommt nach Berlin, wo auch Emely wohnt und studiert. Ein riesen Grund zur Freude, wäre da nicht ein Haken an der Sache – sie zieht zusammen mit ihrem Bruder Elyas. Dieser war Emelys Jugendschwarm und aufgrund einer nicht gerade schönen Vergangenheit, kann Emely Elyas mittlerweile überhaupt nicht ausstehen. Besagter Elyas rennt Emely hinterher während diese ihn von sich stösst und sich lieber auf den „mysteriösen“ e-mail-Schreiber Luca konzentriert…

Die Buch-Abrechnung:

+ Der Schreibstil: Die Autorin Carina Bartsch hat einen unglaublich sympathischen, frischen Schreibstil. Selten habe ich einen Schreibstil dermassen ansprechend gefunden. Mit diesem konnte ich mich identifizieren. Es war quasi so wie ich auch reden würde. Wirklich ansprechend!

+/- Protagonist Elyas: Einerseits mochte ich Elyas wirklich recht gerne. Seine Sprüche, seine Art – definitiv sympathisch. Wäre da nicht seine Aufgabe in der Geschichte, denn die hat mir den Charakter leider auch etwas vermiest. Mehr dazu im folgenden Punkt.

– Nervige Story: Meine Güte, was war denn das bitteschön?! 500 Seiten gefüllt damit wie Elyas sich zum Deppen macht und Emely hinterher rennt – wer es mag, bitteschön. Mein’s war das so gar nicht. Ich meine anfangs war das ja wirklich noch ganz nett, aber dann stagniert die Story, da der Autorin offensichtlich nichts anderes einfiel als sämtliche Varianten durchzugehen wie Elyas sich Mühe gibt Emely von seinen Gefühlen zu überzeugen während sie ihm klar macht, dass daraus nichts werden wird … und das obwohl sie sich ja offensichtlich zu ihm hingezogen fühlt *gääähn*

– Protagonistin Emely: Anfangs war noch alles i.O. mit Emely und mir. Natürlich konnte ich es verstehen, dass sie Elyas erstmal nicht an sich ranlässt. Aber irgendwann wurde mir bockige, abwehrende Haltung zu nervig. Ich hätte lieber eine Entwicklung gesehen und erwartet.

– Keine Überraschungen / Stagnation: Der Storyverlauf ist vorhersehbar. So wird mir wohl jeder, der das Buch gelesen hat, zustimmen, dass es durchschaubar ist wer hinter e-mail-Schreiber Luca steckt. Eigentlich ist das auch nicht so schlimm, wenn etwas vorhersehbar ist oder keine Überraschungen aufwarten, wenn das Gesamtpaket stimmig ist – aber das war es für mich leider nicht. Die Story stagniert und es gibt nur verschiedene Varianten dieser Stagnation zu lesen.

– Kein Ende in Sicht: 500 Seiten Hinterher-Gerenne haben wohl noch nicht gereicht? In „Türkisgrüner Winter“ wird es vermutlich fröhlich so weiter gehen – nein danke, ohne mich ;)

Ergebnis der Buch-Abrechnung
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Es mag ja sein, dass vielen Leuten dieses Buch gefällt, wenn einen oben genannten Punkte nicht stören. Mich konnte das Buch außer seinem Schreibstil leider nicht überzeugen und ich werde auch die Fortsetzung nicht lesen. Eine stagnierende, sich nicht entwickelnde Story, die sich nur darum dreht, dass der Mann der Frau hinterher rennt. Den Hype um dieses Buch verstehe ich nicht und ich war danach auch eher sprachlos wie so eine flache Story eine solche Begeisterung auslösen kann. Hier reicht es leider nur für 2 Sterne von mir.

 

Die Reihe:

Kirschroter SommerTürkisgrüner Winter (Kirschroter Sommer, #2)

1. Band: „Kirschroter Sommer“ (aktuelle Rezension)
2. Band: „Türkisgrüner Winter“

 

Allgemeine Buchinformationen:

Titel: “Kirschroter Sommer“
Autorin: Carina Bartsch
Verlag: rororo
ISBN: 978-3499227844
512 Seiten

Kommentare (10) Schreibe einen Kommentar

  1. Grüß Dich, Monika.
    „Stagnation in Varianten“ wäre auch ein griffiger Untertitel gewesen. :-)
    Ein Buch über das die Meinungen weit auseinander gehen. Definitiv aber kein Roman, den Du Deinen Enkeln weiterreichen würdest…denke ich mir.

    Die „Luca“-Tarnung erscheint auch offensichtlich, wenn man7frau das Buch nicht gelesen hat. ;-)

    bonté

    Antworten

    • „Stagnation in Varianten“ (oder Variationen) wäre wirklich ein guter Untertitel gewesen :)

      Nee, definitiv für mich kein Titel, den ich großartig weiterempfehlen. Ich habe manchmal durchaus ein Faible für seichte Bücher – aber bei diesem stellte sich einfach keine Verbundenheit ein sondern eher ein großes Gähnen ;)

      LG
      Monika

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  2. Hallo meine liebe :) Schöne ehrliche Rezension. Ich fand die zwei Bücher ja damals total klasse :D Haben mich in einer Zeit erwischt, wo ich mich einfach nur von einem Buch berieseln lassen konnte- hatte keine hohen Erwartungen ;) Daher fand ihc sie toll, kann dich aber absolut verstehen.

    Ach und im zweiten Band: da kriegen sie sich, sehr, sehr schnell (etwas womit ich nicht gerechnet hätte ^^).

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    • Ich denke es könnte auch ein Problem sein, dass das Buch momentan so gehyped wird – da geht man entsprechend auch mit höheren Erwartungen ran…

      Bei mir hat einfach die Chemie zwischen dem Buch und mir nicht gestimmt.

      Damit hätte ich nun ehrlich gesagt nicht gerechnet, dass sich die beiden im zweiten Baned sehr schnell kriegen – werde vermutlich dennoch nicht weiterlesen. Iwie reizt mich der zweite Band nach der Enttäuschung des ersten Bandes nicht wirklich ;)

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  3. Ach ja, du bist ja wieder mal erfrischend ehrlich! Dennoch muss ich sagen, dass es mir mit „Kirschroter Sommer“ etwas anders erging. Ich war Anfangs eher ernüchtert, weil mir vieles total bekannt vorkam und ja, diese Klischees. Doch zum Ende hin war ich richtig drin und mochte Emely und Elyas komplizierte Liebesgeschichte irgendwie total. Dabei gebe ich dir aber recht: die Story zieht sich und das mit Luca ist wohl ein mehr als durchschaubarer Selbstgänger. Doch, der Schreibstil war wirklich erfrischend und irgendwie hatte ich das Gefühl hier zwei echte Persönlichkeiten vor meiner Nase zu haben, die eben Fehler machen und es manchmal etwas stark übertreiben. Schwer zu erklären, aber irgendwie hats mich im Handlungsverlauf einfach erwischt. Für mich also schon nachvollziehbar, was die Leute an diesem Drama so mögen. ;)

    In „Türkisgrüner Winter“ wirds dann übrigens wieder sehr ausholend dramatisch, doch, ziemlich zu Anfang geht es endlich vorwärts und E & E machen beide eine greifbare Wandlung durch. Ich würde die Flinte also vielleicht noch nicht ganz ins Korn werfen. Ich habe schon Rezensionen gelesen, da dachte manch einer über KS ähnlich wie du und fand den 2. Teil um einiges besser. Ist aber wohl auch wieder Geschmackssache und soll keine Garantie sein, dass du vielleicht doch noch voll auf deine Kosten kommst. :)

    Liebe Grüße und schöne Ostern (weiterhin),
    Reni

    Antworten

    • Na, Du weißt doch: Ich scheue mich nicht davor meine teilweisen etwas gegen Strom schwimmenden, ehrlichen Meinungen kundzutun ;)

      Mir war es einfach zu übertrieben. Da hat es auch der Schreibstil nimmer rausgerissen.

      Momentan ist für mich kein Reiz da es mit dem 2. Band doch noch zu versuchen. Aber wer weiß … vllt lacht mich der zweite Band ja doch iwann mal an ;)

      GLG
      Monika

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    • Dankeschön :) Ich feier erst morgen nach … nach der langen Zeit mal wieder mit einer Rezension ;)

      Dir auch einen schönen Tag des Buches – ich geh dann mal passenderweise lesen ;)

      LG
      Monika

      Antworten

  4. Dank für diese ehrliche Rezension! Mir ging es zu 100% genauso! Der Hype ist mir ein Rätsel. Emily wurde von Seite zu Seite anstrengender, zickiger und auch Elyas hat leider keine echte Entwicklung gemacht.
    Ich würde es nicht mal eine Liebesgeschichte nennen wollen, weil Emily so zickig ist und teilweise sehr unevrschämt mit Elyas (den ich zu Beginn echt mochte) umging. Wenn ein Mann sich das so lange gefallen lässt, wirkt er auf mich schnell wie ein Schlappschwanz. Somit hat so ungefähr ab der Hälfte auch Elyas jedes Interesse verspielt.
    Luca, das war sehr vorhersehbar und auch die E-Mails fand ich nicht wirklich romantisch oder so. Wie dämlich ist Emily eigentlich wirklich?
    Alles in allem war es für mich ein totaler Reinfall. Wäre ich 14 würde ich es vielleicht anders sehen.
    Liebe Grüße,
    Sonja

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    • Danke für Deinen Kommentar! Es ist schön solche Rückmeldungen zu bekommen – dass man nicht alleine mit der Meinung da steht.

      Ich finde auch, dass Elyas immer mehr an Reiz verloren hat dadurch dass er Emily so hinterher gedackelt ist.

      Und ich stimme Dir auch zu, dass Lucas Mails weder irgendwas Besonderes hatten noch romantisch waren. Da ist gar kein spezielles Feeling dabei aufgekommen…

      Gut, dass es vorbei ist ;)

      LG
      Monika

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