„Godspeed – Die Reise beginnt“ von Beth Revis

Godspeed - Die Reise beginntTolle Idee, deren Umsetzung nicht überzeugen kann

Die normalen Leute gelten als >>verrückt<<, während die, die nicht mehr in der Lage sind, eigenständig zu denken, als >>normal<< angesehen werden. (S. 294)

Die 17jährige Amy wird zusammen mit ihren Eltern eingefroren und auf ein Raumschiff verfrachtet – denn sie sind Teil einer Mission, die in 300 Jahren – wenn das Raumschiff ankommt -, einen neuen Planeten kolonisieren sollen. Doch dann wird Amys Kühlbox 50 Jahre zu früh abgeschaltet und sie muß sich auf dem Leben im Raumschiff zurecht finden: Eine Gesellschaft, die von dem sogenannten „Ältesten“ angeführt wird und in der alle Menschen – auch optisch – gleich zu sein scheinen. Hier sticht Amy mit ihren roten Haaren und ihrer so anderen Art hervor, eckt an. Sie lernt Junior kennen, der den Ältesten irgendwann ablösen und neuer Anführer des Schiffes werden soll. Doch kann sie ihm vertrauen? Und wer hat ihre Kühlbox abgeschaltet?

Erst mal möchte ich lobend erwähnen, dass im Schutzumschlag des Buches eine Skizze des Raumschiffs „Godspeed“ vorzufinden ist. Das finde ich sehr schön (ich liebe solche Details!). So ganz bildlich vorstellbar war es für mich zwar dennoch nicht, aber das lag eher daran, dass mir das ganze Konzept etwas unausgereift vorkam.

Die Kapitel sind abwechselnd aus Amys und Juniors Sicht erzählt. Prinzipiell mag ich solche Erzählweisen sehr gerne. Hier jedoch konnte ich mich zwar für Amys Sicht recht gut begeistern (besonders der Anfang mit Einfrieren war sehr klasse geschildert!), wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt mit den Kapiteln aus Juniors Sicht warm – und das lag nicht daran, dass die Welt aus seiner Sicht so anders ist. Ich kann es einfach nicht erklären: Ich habe mich bei den Junior-Kapiteln einfach gelangweilt gefühlt…

Insgsamt war mir auch die Handlungskette viel zu unausgereift. Einiges war zu durchschaubar (z.B. wer hinter den Morden steckt). Anderes war wiederum unlogisch, z.B. wie das Raumschiff funktionieren soll. Das Technikdeck wird kaum beschrieben, die Geheimnisse sind zu einfach / werden zu schnell gelüftet. Alles plätschert einfach etwas dahin ohne ein faszinierndes Bild vor Augen hervorzurufen, das einen bindet.

Auch die Charaktere hatten für mich zu wenig Tiefgang. Besonders störend fand ich es z.B., dass Amy immer nur von ihrem Vater redet. Es wird nicht erläutert warum sie zu ihrer Mutter offensichtlich kaum eine Bindung hat. Als sie z.B. einmal über das Abschalten der Kühlbox ihres Vaters nachdenkt, zieht es nicht mal in Betracht auch ihre Mutter zurückzuholen bzw. bedenkt gar nicht, dass diese dann ja später alleine wäre – oder ihr Vater seine Frau vermissen könnte. Stattdessen überlegt sie sich, dass sie ja nicht den Traum ihres Vaters zerstören will?!?! Unter den erzählten Umständen war das für mich einfach nicht nachvollziehbar.

Dies ist wiedermal der Auftakt einer Triologie. Der zweite Teil „Godspeed – Die Suche“ erscheint im August 2012 und der dritte Teil „Godspeed – Die Ankunft“ im August 2013. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Reihe weiterlesen will. Das Idee mit dem Raumschiff hat mir zwar gefallen, aber die Umsetzung konnte mich leider nicht so recht überzeugen.

FAZIT
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Tolle Idee - aber das Konzept ist stellenweise unlogisch ausgearbeitet. Aus diesem Buch hätte man definitiv mehr rausholen können. Deshalb nur durchschnittliche 3 Sterne von mir.

 

Allgemeine Buchinformationen:

Titel: “Godspeed – Die Reise beginnt”
Originaltitel: “Across the Universe”
Autorin: Beth Revis
Verlag: Dressler
Preis: 19,95 €
ISBN: 978-3791516769
448 Seiten
Veröffentlichung: August 2011

Kommentare (9) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich kann deine Meinung gut nachvollziehen! Es ist nicht alles logisch und man muss schon über das ein oder andere hinwegsehen. Allerdings konnte mich Beth Revis trotzdem überzeugen, ich mag ihre Ideen, ihre Art zu schreiben und die Charaktere.

    Die Fortsetzung habe ich bereits auf Englisch gelesen und ich würde sagen, sie würde dir wohl ebenso durchschnittlich gefallen wie Band 1. Ich habe es als eine gelungene Fortsetzung empfunden, aber am grundsätzlichen Setting ändert sich nichts.

    Schöne Rezi!

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    • Manchmal hab ich das Gefühl ich bin die Einzige, die ein Buch nicht mag xD Allerdings war es bei diesem Buch ja nicht so, dass ich es grundsätzlich schlecht gefunden habe – es konnte mich nur nicht final überzeugen…

      Die Fortsetzung werde ich dann wohl eher nicht lesen. Ich hab z.Zt. genug von den durchschnittlichen Büchern ;)

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  2. Hmm, schade, dass es Dir nicht so ganz zugesagt hat. Ich habe dieses Buch auch noch auf meinem SuB liegen, aber um ehrlich zu sein habe ich nun so viele verschiedene Meinungen gehört, die meinten, dass es nicht so ganz logisch sei und das macht mich doch nachdenklich.
    Mal sehen wann ich es lesen werde und wie es mir dann gefallen wird.

    Liebe Grüße,
    Nalla

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    • Ich hoffe auf jedenfall, dass Dir das Buch besser gefällt als mir. Ich hatte mich vor dem Buch gar nicht so mit Rezensionen von anderen auseinander gesetzt. Die Kurzbeschreibung hat mich einfach angesprochen – das Buch ansich kam dann aber leider über ein OK nicht hinaus.

      LG
      Monika

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  3. Also „Gospeed“ hat mir damals gut gefallen, dennoch konnte ich mir unter dem Raumschief (RIESIG) nicht wirklich etwas vorstellen, also wie das alles funtionieren soll. Meine Phantasie ließ zuweilen etwas nach. Doch bei der Geschichte an sich habe ich mich nicht gelangweilt, weil ich halt wissen wollte, was das alles auf sich hat. Das nicht alles logisch ist, stimmt wohl … UND ich habe „Die Reise beginnt“ damals zwar gerne gelesen, muss aber auch sagen, dass ich mich nicht mehr wirklich an alles erinnern kann. Also es war schon ein gutes Buch, aber es gehört auch nicht unbedingt zu meinen Favoriten. An sich kann ich dich also verstehen und ich bin momentan auch nur schwer zu begeistern und mein „Abrech“-Stapel wird immer größer. Blöd!

    LG, Reni

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    • Ja, das Raumschiff war (trotz der netten Karte) irgendwie nicht so ganz vorstellbar. Ich fand es ja auch nicht wirklich schlecht. Aber ich denke auch, dass es mir nicht wirklich großartig in Erinnerung bleiben wird. Deshalb hab ich mich dann für durchschnittliche 3 Sterne entschieden :)

      Ist blöd, wenn man nur schwer zu begeistern ist :( …ich hoffe wir beide haben bald wieder bessere Zeiten ;) Mein letztes Buch (Rezension kommt morgen) war auch wirklich mal ganz gut. Aber diverse Kritikpunkte haben eben mal wieder nur zu 3 Sternen geführt :-/

      LG
      Monika

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  4. Was, was, was? Nur 3 Sterne für Godspeed? Nun mach mich doch nicht schwach!!!!! Ich habe große Hoffnungen in diesen Auftakt gesetzt und mich fürs Wanderbuch angemeldet! Und nun sowas…und ich weiß ja: wir sind uns sehr oft sehr ähnlich…schnüff…..! Irgendwie hab ich eh derzeit etwas die Nase voll vom Jugendbuch…aber die Rebellion der Maddie Freeman liegt uach noch hier..aber ich befürchte ich MUSS erstmal einen Frauenroman zwischen schieben- mich gelüstet es förmlich danach!

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    • Ach, Dir gefällt es bestimmt besser … ich hab zur Zeit NIX was über 3 Sterne bekommt. Es ist einfach fruuuustrierend. Ich hab bei keinem Buch dieses Gefühl, dass es mich so richtig packt :( Ich lese die Bücher nicht ungern, aber das gewisse Etwas fehlt und dann gibt es noch den ein oder anderen Kritikpunkt und zack – schon sind es nur 3 Sterne.

      Und weißt was das Schlimme ist? Selbst die Frauenromane konnten mich nicht retten!!! Hab ja auch u.a. „Für alle Fälle Liebe“ oder den neuen Paige-Toon-Roman gelesen und die beiden waren so katastrophal, dass ich sogar nur 2 Sterne für die Bücher vergeben habe.

      Ich überlege ja zur Abwechslung mal nen Krimi oder Thriller einzulegen, um einfach mal was GANZ ANDERES zu lesen xD

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  5. Pingback: Buchtastisch » Lese-Rückblick Mai 2012

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