„Delirium“ von Lauren Oliver

DeliriumWenn Liebe zur Krankheit wird…

Noch 95 Tage. Dann wird Lena 18 Jahre alt. Und dann kann sie endlich von der schrecklichen Krankheit „deliria amor nervosa“ (besser bekannt als „Liebe“) geheilt werden. Denn Liebe ist tödlich in Lenas Welt und es ist lebensnotwendig und Vorschrift sich dieser Heilung zu unterziehen. Ihr ganzes Leben hat Lena darauf gewartet, denn sie will nicht krank werden und fiebert ihrem 18. Geburtstag entgegen.

Doch 95 Tage sind noch eine ganz schön lange Zeit. Und so steht Lena ein Sommer bevor, indem sie ihren Schulabschluß machen und sich der Prüfung unterziehen wird, die über weiteres Leben, u.a. ihren zukünftigen Lebenspartner, bestimmen wird. Und ein Sommer, in dem Lena Alex kennenlernen wird…

Ich habe mich sehr gefreut diese Dystopie zu lesen, da es sich für mich nach einer sehr interessanten Idee angehört hat, dass Liebe eine Krankheit sein soll und die Gesellschaft nach einem Leben ohne Liebe strebt. Jedoch muß ich sagen, dass ich mich mit diesem Buch anfangs sehr schwer tat. Ich habe mich gefragt warum es immer mit vier Sternen oder mehr (ausgehend von den Rezensionen zur amerikanischen Originalfassung) bewertet wird. Warum man nur Lobeshymnen liest – ich bin einfach nicht damit warm geworden und es war mir klar, dass das Buch wohl kaum mehr als 3 Sterne erhalten wird. Doch nach ca. der Hälfte des Buches (ja, es hat gedauert…), hat sich meine Einstellung gewaltig geändert. Die Geschichte nimmt teilweise ungeahnte Wendungen und konnte mich so u.a. in ihren Bann ziehen. Die Story gewinnt deutlich an Tempo, Spannung und emotionalen Momenten.

Es ist eine ziemlich klassische Dystopie: Wieder mal ein totalitäres System, das die Gesellschaft kontrolliert. Vorgeschriebene Musik, Literatur, etc. – all das wird einem aus anderen Dystopien bekannt vorkommen. Lena ist ein Mädchen, das an die Ziele und Regeln der Gesellschaft glaubt, da sie ja nie etwas anderes gelernt hat. Und so passiert eben auch anfangs nicht sehr viel. Aber das Durchhalten lohnt sich wirklich, denn dann wird die Geschichte wirklich richtig gut und findet so ein herzzerreissendes Ende! Und man will nur noch wissen wie es weitergeht, aber da es sich um eine Triologie handelt und der zweite Band „Pandemonium“ im Original erst im März 2012 erscheint, müssen wir wohl noch lange die Füße still halten bis wir weiterlesen dürfen! (Ich werde wohl auf Englisch weiterlesen nach diesem Cliffhanger!). Wann die deutsche Übersetzng des 2. Bandes erscheint, steht noch nich fest.

Lauren Olivers Schreibstil ist wunderbar – man kann sich die Welt geradezu vorstellen und sie beschreibt auch die Charaktere wunderbar. Lenas Entwicklung ist wirklich lesenswert! Und Alex war mir auch sehr schnell sympathisch – ein absolut mitreissender Kerl ;) Auch die Nebencharaktere wie z.B. Lenas beste Freundin Hana oder die kleine Gracie sind wunderbar ausgearbeitet.

Am besten hat mir wie bereits gesagt die Idee gefallen, die hinter dem Buch steckt. Ich finde den Gedanken absolut faszinierend sich eine Welt ohne Liebe vorzustellen – eigentlich undenkbar!! Und gerade deshalb so extrem reizvoll als Dystopie.

Last but not least muß ich noch sagen, dass mir das deutsche Cover leider nicht wirklich gefällt (ich liebe einfach schöne Cover – aber dieses Cover spricht mich überhaupt nicht an). Aber lasst Euch davon nicht abschrecken, der Inhalt ist definitiv lesenswert!

FAZIT
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Als ich die Hälfte des Buches gelesen hatte, schwankte ich ernsthaft zwischen 2-3 Sternen. Dass es nun doch 4 Sterne wurden, hängt damit zusammen, dass der zweite Teil des Buches wirklich phänomenal ist und auch das Ende wirklich hervorragend (wenn auch Fingernägel abkauend...) ist! Also: Kaufen, durchhalten und am Ende belohnt werden >> LESEN :)

 

Allgemeine Buchinformationen:

Titel: “Delirium”
Originaltitel: “Delirium”
Autorin: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen
Preis: 18,90 €
ISBN: 978-3551582324
416 Seiten
Veröffentlichung: November 2011
Leseprobe: Klick!

 

Diese Rezension (etwas abgewandelt) habe ich bereits im Juli 2011 verfasst, da ich das Buch im Original gelesen habe (deshalb beginnt sie auch nicht wie gewohnt mit einem Zitat – das habe ich erst mit dem Bloggen Mitte August angefangen). Doch da das Buch nun in Deutschland erschienen ist, möchte ich noch mal auf dieses tolle Buch aufmerksam machen, denn es hat eine eindeutige Lese-Empfehlung verdient. Auch erscheint mir nachhinein der Anfang des Buches nicht mehr ganz so langweilig, die Erinnerung an die grandiosen Abschnitte überwiegt – und das Buch ist mir bis heute nicht aus dem Kopf gegangen. Also lest es! ;)

Hier noch zum Abschluß ein schöner Buch-Trailer (ist jedoch auf Englisch):

 

Kommentare (10) Schreibe einen Kommentar

  1. Oh manno man:) Das hört sich wirklich gut an! Werde es gleich mal auf die Liste setzen,lasse mir aber noch Zeit, weil eh noch Jaaahre :D dauert bis der zweite Teil erscheint:( Wieder eine super Rezi meine Liebe! :)

    GlG<3

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    • Huhu Yuli-Süße :)

      Ich glaube auch, dass Dir das Buch gefallen wird. Aber stimmt schon, diese Warterei auf den nächsten Band ist immer etwas nervig. Vor allem hat dieses Buch einen extremen Cliffhanger. Einerseits hat es mir zwar gefallen, dass es so ein Ende ist bei dem einem der Mund offen stehn bleibt – andererseits ist es dann natürlich umso schlimmer wenn man auf den Folgeband warten muß!!

      GLG <3

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  2. Sehr lesenswert! Damit meine ich das Buch und deine Rezi. Ich bin noch dabei „Delirum“ zu lesen. Mir ging es gar nicht so wie dir. Ich mag den Schreibstil bzw. die Übersetzung und mich störte es kaum, dass bisher nicht allzu viel passiert ist. Eher kann ich mich gut in den Beschreibungen von Umgebung, Gefühlen und Charakten fallen lassen … das kommt nicht oft vor, weil ich eher zu der ungeduldigen/schnell gelangweilten Sorte gehöre. Mit dem Cover geht es mir ähnlich, obwohl richtig schlecht finde ich es auch nicht – nur, außer der „Liebeschrift“ im Hintergrund nicht gerade Aussagekräftig. Typisch Jugendbuch eben.

    LG Reni

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    • Ich muß auch sagen, dass es mich im nachhinein nicht mehr so doll gestört hat (der Anfang) wie es mir wohl beim Lesen und Rezensieren vor kam. Hm. Wundert mich eh, weil bei Ally Condies „Die Auswahl – Cassia & Ky“ haben mich diese leisen Töne auch nicht gestört – ganz im Gegenteil, das fand ich richtig klasse. Na ja.

      Ich mag dieses Mädchengesicht nicht. Da finde ich das kroatische Mädchengesicht wesentlich ansprechender, wenn man das Cover schon in diesem Stil macht. Ich finde sowas immer schade, denn das Cover ist nun mal meistens das Erste was man sieht – und bei so einem Buch hätte ich mir einfach was Schöneres und Aussagekräftigeres gewünscht.

      LG
      Monika

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    • Ja, ich dachte der Zeitpunkt ist passend, um noch mal ein bißchen die Werbetrommel für das Buch zu rühren. Ich muß sagen das ist mal wirklich eines der Bücher, das mir in Erinnerung geblieben ist (sonst ist die Erinnerung doch eher schwammig >> Gehirn wie ein Sieb :D).

      Hach, und der Trailer mochte ich auch direkt, deshalb mußte der hier mit rein :D

      <3

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  3. Tolle Rezi und super Blog!
    Wirkt richtig professionell…würde mich über eine Besuch von dir auf meinem Blog freuen :)
    Liebste Grüße
    Corinna

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    • Huhu Corinna,

      danke für das Kompliment! Ich habe auch lange daran rumgebastelt bis es mir wirklich gefallen hat. Und das frisst ganz schön Zeit, wenn man das so neben der normalen Arbeit (und dem Lesen :D) macht ;)

      Dein Blog ist aber toll! Ich habe direkt einen Gegenbesuch abgestattet :) Nur leider ist Dein Blog so eingestellt, dass ich nichts kommentieren kann :-/

      LG
      Monika

      Antworten

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