„Das Licht zwischen den Meeren“ von M.L. Stedman

Das Licht zwischen den MeerenTolle Idee, aber viel zu langatmig und dadurch uninteressant

Es bereitete ihm Sorgen, dass er angefangen hatte, morgens die Ohren zu spitzen, ob die Kleine schon wach war, und sie, ohne nachzudenken, aus der Wiege nahm, wenn sie weinte. (S. 138)

Inhalt:

Das Ehepaar Tom und Isabel leben alleine auf einer kleinen Insel namens Janus Rock (im Western Australiens). Tom ist dort Leutturmwärter. Die beiden wünschen sich sehnlichst ein Kind – doch Isabel hat ständig Fehlgeburten. Als 1926 ein Boot angeschwemmt wird, trauen sie kaum ihren Augen: Darin befindet sich die Leiche eines Mannes und ein neugeborenes Kind! Sofort schließt Isabel das Baby in ihr Herz und überzeugt schließlich ihren Mann diesen Fund nicht zu melden. Die beiden nennen das Baby Lucy und geben es als ihr eigenes Kind aus – doch was die beiden nicht wissen: Auf dem Festland wird das kleine Baby vermisst…

Buch-Trailer:

Die Buch-Abrechnung:

+ Interessantes Thema: Die Entscheidung, die Isabel und Tom treffen als die kleine Lucy als ihr eigenes Kind ausgeben, ist sehr weitreichend und hätte durchaus aus Potenzial gehabt. Was ist richtig, was ist falsch? Wie wird sich diese Entscheidung weiter entwickeln? Ich war gespannt wie der Konflikt sich weiterspinnt und welche Konsequenzen die betroffenen Personen zu tragen haben.

+/- Das Setting: Auf der einsamen Insel im Westen Australiens – das klang für mich nach einer tollen Kulisse. Insgesamt ließ für mich das australische Flair zu wünschen übrig. Man könnte auch sagen, dass diese Geschichte sich auf jeder beliebigen Insel kurz vor dem Festland hätte abspielen können.

+/- Der Einstieg: Am Anfang erfährt man erstmal auf ein paar Seiten wie das Baby auf der Insel ankommt (1926) – danach kommt ein Zeitsprung (nach 1918) und man lernt Tom und Isabel kennen. Wie Tom zum Leuchtturmwärter wurde, wie sich die beiden kennenlernen, heiraten, ihrem Lebens auf Janus Rock und den folgenden Fehlgeburten. Das ist nicht ganz uninteressant, war für mich jedoch etwas zu ausschweifend. Denn ich wollte wissen was nun mit dem Baby ist! Aber über 100 Seiten lang ist davon nichts zu finden.

– Der Mittelteil: Als es dann endlich um das unrechtmäßig angenomme Kind Lucy geht, ist dieser Teil leider recht schlapp ausgearbeitet. Dabei hätte er doch genügend Potenzial für Drama geboten. Aber danach sucht man vergebens. Außer Gewissenbissen gibt es nur eine lasche Story ohne überraschende Wendungen.

– Das Ende: Im dritten Teil der Geschichte wird dann erzählt was passiert als es auffliegt, dass Lucy gar nicht Isabel und Toms leibliches Kind ist. Hier konnte mich die Geschichte dann gar nicht mehr fesseln. Das Ende war vielzu langezogen. Am liebsten hätte ich die Seiten überflogen. Ich habe eine gefühlte Ewigkeit an diesem Buch gelesen (objektiv: zwei Wochen), aber es lag einfach daran, dass ich nie eine Bindung zum Buch und der Geschichte bekam. Es war zu unspannend, zu ausschweifend und zu wenig Drama. Schade.

– Die Charaktere: Zu den Hauptcharakteren konnte ich keine Verbindung herstellen. Gerne hätte ich mit Isabel gelitten, aber sie blieb mir immer recht fremd. Die Nebencharakteren bleiben viel zu blaß und sind zu wenig ausgearbeitet. Für mich fehlte die Charaktertiefe und bei solch einer Geschichte auch irgendwie die Sympathie für eine Seite.

FAZIT
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Sicher kein ganz schlechtes Buch (= 1 Stern), aber es ist auch weit entfernt von einem guten Buch. Die Story ist viel zu lang gezogen und bietet - trotz Potenzial - kaum Drama oder überraschende Wendungen. Schade! Für mich war es leider trotz ordentlichem Schreibstil sehr langweilig und deshalb vergebe ich auch nur 2 Sterne.

 

Allgemeine Buchinformationen:

Titel: “Zwischen den Meeren”
Autorin: M.L. Stedman
Verlag: Limes Verlag
ISBN: 978-3809026198
448 Seiten

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Salut, Monika.
    Manche Teaser eignen sich nicht für die Kunst „Literatur“. Vielleicht liegt das Problem des Romans auch intensiv darin, daß er nicht liefert was er vorgibt zu erzählen. Von der Dramaturgie wäre eine Chronologie besser gewesen. Denke ich zumindest. :-)

    Leuchtturminseln sind natürlich jetzt der ideale Ort, um Geschichten über Isolation & Einsamkeit zu beharken. Im Grunde bordert die gewählte Situation über vor bedenkenswerten Anknüpfpunkten. Mehrere Fehlgeburten wären selbst in einer umsorgenden Gesellschaft eine hohe Belastung für die Frau, den Mann & beide zusammen.

    Oder geht es hier mehr um die Aufklärung durch das Festland – ein Kriminalplot weit eher!?

    Schade, daß die Figuren derart arg fadenscheinig ausgearbeitet wurden.

    Heute habe ich meinen Balkon geräumt; die schönsten, blutroten Geraniendolden sind noch in eine Vase und in die Küche gewandert.

    bonté

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    • Hach ja, aber auch wenn es chronologisch in diesem Erzählstil erzählt worden wäre, hätte ich mich vermutlich nicht mehr für dieses Buch begeistert.

      Einen Kriminalplot – Ermittlungen vom Festland – bietet das Buch leider gar nicht. Ich denke etwas davon hätte dem Buch evtl. sogar gut getan. Oder man hätte das ansonsten vorhandene Potenzial besser nützen müssen.

      So war es jedenfall nix…

      Oh, unsere Geranien müssen auch noch reingeholt werden. Inzwischen sehen sie leider recht unschön aus. Aber es ist ja auch November – da dürfen sie das ;) Wobei ich Geranien eh nicht mag ;)

      LG
      Monika

      Antworten

  2. Puuu… nachdem ich deine Wertung gesehen habe, dachte ich erst „Mist, das Buch habe ich auch noch vor mir“, aber bis auf den Einstieg finde ich das Buch bis jetzt wirklich gut, ich hoffe, die letzten 80 Seiten verderben mir meinen positiven Eindruck nicht ;)
    LG Anette

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    • Hi Anette,

      schön, dass Du mal wieder vorbeischaust und ein paar Worte hier lässt *freu*

      Ich hoffe, Dir haben auch die letzten 80 Seiten von „Das Licht zwischen den Meeren“ gefallen. Das ist ja das Schöne an Büchern: Dem einen gefällt es sehr gut, jmd. anderer mag es nicht so. Ich finde es immer wieder spannend unterschiedliche Meinung zu einem Buch zu lesen – auch wenn sie anderer Meinung sind als meine eigene.

      LG
      Monika

      Antworten

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